Posts mit dem Label Fisch und Tipps werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fisch und Tipps werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

7. März 2010

Wels


Wels (Waller, Catfish)


Der bei uns beheimatete Wels (lat. Bez. Silurus glanis) ist gleich nach dem Stör die zweitgrösste europäische Süsswasser Fischart. Er hat einen breiten, abgeflachten Kopf mit kleinen Augen und einem grossen Maul. Ein Merkmal des Wallers sind die zwei längeren Barteln am Oberkiefer und die vier weiteren (kürzeren) Barteln am Unterkiefer. Der Wels hat eine sehr lang gezogene Afterflosse, die bis hin zur Schwanzflosse reicht und eine weit vorn liegende Rückenflosse. Die schleimige Haut trägt keine Schuppen und ist grau-bräunlich marmoriert, wobei der Bauch meist heller ist als die eigentliche Körperfarbe.

Den europäischen Wels kann man in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas, im Brackwasser der Ostsee und im schwarzen Meer vorfinden. Der Wels bevorzugt grosse Seen mit warmen Wassertemperaturen sowie tiefe, strömungsarme Flüsse die ihm genügend Unterschlupfmöglichkeiten bieten. Tagsüber hält er sich überwiegend in tiefen Bodenlöchern, Wehren und Wurzelgeflechten ins Wasser ragender Bäume auf. Mit dem Einsetzen der Dämmerung und Nachts beginnt die aktive Phase dieses räuberisch lebenden Fisches. In dieser Zeit verlässt er sein Versteck und beginnt den Gewässerboden nach Nahrung abzusuchen. Er ernährt sich überwiegend von Fischen, Insekten, Würmer und Krebsen - ab einer bestimmten Körpergröße stehen auch Vögel, Ratten, Mäuse und Frösche auf seiner Speisekarte. (Laut Presseberichten sind auch schon kleine Hunde und Enten an so manchen Teichen einfach blitzartig von der Wasseroberfläche verschwunden - es konnte aber nie 100% nachgewiesen werden, dass es sich dabei um einen Welsangriff gehandelt hat…)

Grösse: Welse erreichen bei optimalen Lebensbedingungen und reichlich Nahrungsvorkommen eine durchschnittliche Körpergröße zwischen 1,50m und 1,70m (bei dieser Grösse = ca. 15 kg Gewicht) und können bis zu 80 Jahre alt werden. Es gibt aber auch Exemplare die eine Körpergröße von über 2 Metern erreichen - diese Grösse ist jedoch eher selten. Der deutsche Rekord-Waller hatte eine Körpergrösse von 2,49m. Am italienischen Po wurde der bisher größte Waller gefangen, ein Gigant von 2,78m Länge mit einem Gewicht von 144,0 Kilogramm (!).
Lebenszyklus: Die Laichzeit wird in den Monaten Mai - Juni eingeleitet, wenn die Wassertemperatur auf ca. 19 Grad Celsius ansteigt. Die Laichvorgang wird an flachen Uferbereichen mit dichtem Pflanzenwuchs vollzogen. In dieser Zeit legen Welse eine Art ‘‘Laich-Nest‘‘ aus Schlamm, Pflanzen und Geäst an in dem sie die 2,5mm - 3,5mm großen, klebrigen Eier ablegen. Ein ausgewachsenes Wels-Weibchen kann pro Kilogramm Körpergewicht ca. 35.000 Eier ablegen - bis zu 450.000 Eier pro Laichvorgang sind möglich. Nach der Eiablage und Befruchtung bewacht und pflegt das Männchen das Nest und die Brut. Nach ca. drei Wochen schlüpfen die ersten Jungfische und ernähren sich in der Anfangzeit von Kleinstlebewesen die sie am Gewässerboden vorfinden. Welse erreichen nach ca. 4 Jahren ihre volle Geschlechtsreife.

Welse werden bei uns oftmals als reine Raubfische angesehen, doch das ist nicht ganz richtig. Diese Fischart ist eher ein ‘‘Allesfresser‘‘, der sein Fressverhalten nach dem jeweiligen Nahrungsangebot ausrichtet. In bestimmten Zonen Europas ernähren sich Welse überwiegend von Blutegeln, Tauwürmern und Grillen (Osteuropa), in anderen Teilen Europas (Süden und Westen) jagen Waller hingegen meist Krebsen und Weissfischen nach...
Unterarten: Neben dem uns bekannten europäischen Wels gibt es noch weitere Unterarten wie z.B. den amerikanischen Wels mit weißem Fleisch, dem Catfisch (Katzenwels, Zwergwels) und den afrikanischen Wels mit rotem Fleisch.

Tipps zum Angeln auf Wels / Montagen und Köder:

Die besten Angelmethoden zum Angeln auf Waller sind:

 
• Grundangeln mit Tauwurmbündel oder totem Köderfisch
• Spinnfischen mit grossen Kunstködern (Gummifisch)
• Angeln mit (grosser) Pose und tief laufenden (treibenden) Köder 

Der Wels ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Fisch. Es ist jedoch meist nicht einfach die (kapitalen) Fische zu lokalisieren. Kleinere Welse werden meist zuhauf im Freiwasser als Beifang beim Aalangeln geangelt - grössere Waller hingegen findet man meist nur an besonders tiefen Stellen und ausgespülten Löchern am Gewässergrund sowie im Wurzelgeäst alter Bäume. In grossen Flüssen wie z.B. im Rhein, Main, Donau und Oder sind (vor allem die ersten) Buhnen aussichtsreiche Stellen zum Angeln auf kapitale Waller.

Aufgrund der (eher untypischen) Körpergrösse und des hohen Gewichts der Fische sollten entsprechend starke und stabile Angelgeräte benutzt werden. Die Angelschnur (monofil) sollte eine Stärke von mindestens 0,50mm aufweisen, der Haken (min. 6/0) und der Karabiner sollten ebenfalls passend für enorme Belastungen gewählt sein.
 

Köder: Als Köder zum Welsangeln eignen sich z.B. Fischfetzen, Bündel aus mehreren Tauwürmern und grosse Gummifische (beim Spinnangeln). 

Fangzeit: Die fängigste Zeit auf Waller sind die Monate April bis Mai + August bis September. Man kann die Fische in dieser Zeit besonders gut in der Dämmerung und Nachts angeln.
Tipp: Falls in Ihrer näheren Umgebung Warmwasserausläufe von Kraftwerken existieren, sollten Sie es besonders an diesen Stellen einmal auf Waller versuchen. An diesen Hot-Spots kann man (fast) immer davon ausgehen, dass einige kapitale Riesen anzutreffen sind.
Tipp: Wenn Sie mit einem Tauwurmbündel als Köder angeln, können Sie auch einen Drilling als Haken verwenden - auf diesen Haken können Sie mehr Würmer aufziehen als auf einen Einzelhaken.Tipp: Wenn Sie einen Fischfetzen als Köder verwenden, sollten Sie es einmal mit einem Stück Aal versuchen - Aalfetzen sind bekanntlich fängiger auf Waller als Fetzen von gewöhnlichen Weißfischen.

Zander


Zander (Sander, Schill, Hechtbarsch)

Der Zander (lat. Bez.: Sander lucioperca) wird der Familie der Barsche zugeordnet und ist der grösste bei uns beheimatete barschartige Fisch. Er hat einen langgezogenen, pfeilförmigen Körper. Er trägt ähnlich wie der in unseren Gewässern beheimatete Flussbarsch auf der Oberseite (Mittig, zum Kopf hin) einen mit vielen spitzen Stacheln überzogenen ''Kamm'' sowie (getrennt voneinander) eine normale Rückenflosse mit Gliederstrahlen die zum Schwanz hin verläuft. Zander haben einen spitzen Kopf mit einem grossen Maul. Das Maul dieses Raubfischs trägt einige grössere ''Vampir-ähnliche'' Fangzähne hinter denen sich weitere unzählige kleine, spitze Zähne befinden. Die grau-bräunliche Körper ist oberhalb der Seitenlinie mit dunklen Streifen (Tigermuster) bedeckt. Der Bauch ist weiss, die Flossen und der Schwanz sind mit markanten dunklen Punkten überzogen.
Der Ursprung des Zanders liegt in den östlichen und nordlichen Gewässern Europas. Er hat sich jedoch inzwischen so gut fortgepflanzt, dass er in fast allen mitteleuropäischen Flüssen vorzufinden ist. Durch zusätzlichen Besatz findet man Zander inzwischen in der Elbe, Oder, Donau, Mosel, Weser, Main und Rhein. Wobei der Rhein mit seinen unzähligen Buhnen als ganz besonderer Tipp auf Zander gilt ...
Grösse: Die durchschnittliche Länge des Zanders bei uns liegt bei etwa 45-60 Zentimetern. Zander können bei günstigen Gewässerverhältnissen und bei gutem Futtervorkommen auf eine Grösse von über 1 Meter und auf ein Gewicht von bis zu 20 kg (!) heranwachsen. Die durchschnittliche maximale Lebenserwartung eines Zanders liegt bei ca. 18 Jahren.
Lebenszyklus: Die Laichzeit wird meist im Monat Mai eingeleitet - wenn das Wasser eine Wassertemperatur von ca. 11 bis 14 Grad Celsius aufweist - und endet im Monat Juni. Zander bauen sich in dieser Zeit auf hartem Gewässergrund in relativ flacher Ufernähe Laichgruben in die sie anschliessend Ihre Eier ablegen. Die Hüllen der Eier sind sehr klebrig und bleiben an Wasserpflanzen, Steinen und Ästen kleben. Bei einem Laichvorgang produziert ein ausgewachsenes Zanderweibchen ca. 140.000 bis 190.000 Eier bei je 1 kg eigener Körpermasse. Nach dem Ablaichen bleiben die Männchen in dieser Laichgrube und beschützen die Eier vor Feinden und Verdreckung durch Schlamm. Nach etwa 7 Tagen schlüpfen die ca. 4-5 mm grossen Larven. Nachdem der Vorrat Ihres Dottersacks aufgebraucht ist ernähren sich die Jungfische in der Anfangszeit zunächst von Plankton und Kleinstlebewesen, schon nach wenigen Wochen jedoch beginnt sich der Jagtinstinkt auszubilden und sie fangen an der Fischbrut anderer Fischarten nachzustellen und diese zu fressen. Zander wachsen sehr schnell und erreichen bereits nach 5-6 Monaten seit dem Zeitpunkt Ihres Schlüpfens eine Körperlänge von 7-11 cm. Die Schill-Männchen erreichen Ihre volle Geschlechtsreife mit ca. 3 Jahren, die Weibchen hingegen eher etwas später nach ca. 4 Jahren.
Zander bevorzugen grosse Flüsse mit leichter Strömung sowie Seen mit sandigem und hartem Gewässergrund. Sie leben in tiefen Freiwasserzonen und jagen meist in der Dämmerung / Nachts in kleinen Gruppen anderen Fischarten wie. z.B. Ukeleis, Barschen und Rotaugen nach. Die Augen weisen eine besondere Sehstärke im dunklen und trüben Wasser auf. Der schlanke Körper ist perfekt auf blitzartige Attacken und wendige Manöver im Wasser ausgebaut. Diese Fähigkeiten machen den Zander zu einem sehr geschickten Räuber der Nacht.

Tipps zum Angeln auf Zander / Montage und Köder
Zander, besonders Kapitale Exemplare sind sehr scheu und nur schwer zu überlisten. Meist jagen Hechtbarsche in kleinen Gruppen an Stellen wo sich besonders viele Kleinfische wie Rotaugenschwärme, Barsche und Ukeleis aufhalten. In Seen zählen Sandbänke, Felskanten und Unterwasserhügel zu den Hot-Spots, in Flüssen und Kanälen hingegen findet man sie an Strömungskanten, hinter Brückenpfeilern, Buhnen und an Warmwasserausläufen von Kraftwerken.
Fangzeit: Die beste Jahreszeit zum Angeln auf Zander sind die Monate Juni bis Dezember (früh morgens / in der Dämmerung und Nachts). Man kann Sie jedoch unabhängig vom Wetter und Wasserpegelstand prima das ganze Jahr beangeln !
Den fängigsten Angelmethoden auf Zander sind:
 Spinnangeln mit Kunstködern                
 Grundangeln mit totem Köderfisch
Beim Spinnfischen mit Kunstködern sollte man dem Gummifisch, Twister und Wobbler den Vorzug gewähren. Die Köder sollten nach Möglichkeit eine grösse von 10 cm - 20 cm aufweisen. Bei der Farbauswahl hat sich bislang eine einfache Formel bewährt:
grelle Farben bei trüben Wasser (z.B. bei Hochwasser) - natürliche Farben bei klarem Wasser - dunkle Farben bei Nacht (durch den Mondschein sind unter Wasser die Konturen eines dunklen Köders eher ''sichtbar'' als die eines hellen)
Beim Grundangeln mit totem Köderfisch sollten Sie darauf achten dass die Köderfische schlank sind d.h. Zander nehmen eher Ukeleis, Rotaugen, Kaulbarsche und Barsche als z.B. hochrückige Brassen. Der Ansitz sollte in der Dämmerung und Nachts erfolgen. Wenn ein Fisch gefangen wird ist meist mit weiteren Exemplaren zu rechnen. Wenn die gefangenen Köderfische zu gross sind, können Sie auch Fischfetzen aus dem Körper der toten Köderfische schneiden und diese am Haken anbieten, durch Ihren guten Geruchssinn finden die Zander Ihren Weg auch zu diesem Köder. Verwenden Sie unbedingt bei dieser Angelmethode ein flexibles Stahlvorfach, es wäre ärgerlich wenn Ihnen ein gehakter Schill durch einen zu harten Drill mit monofiler Schnur abreist.

Tipp: Zander lieben trübes Wasser - besonders kapitale Exemplare werden bei Hochwasser gefangen !
Tipp: Bei frisch gefangenen Köderfischen die Schwimmblase aufstechen - Zander bevorzugen ''liegende'' Köder am Gewässergrund !
Tipp: Gummifische und Twister sollte man nach Auswurf bis auf den Gewässergrund absinken lassen, dann ruckartig ''zupfend'' einholen. Meistens erfolgen Bisse bei dieser Angelmethode zwischen den Zupfern, d.h. wenn der Köder wieder zum Grund hin absinkt.

Hecht


Hecht (Esox, Pike)


Der bei uns beheimatete Hecht (lat. Bez. Esox Lucius) wir der Gattung der Raubfische zugeordnet. Er ist der grösste und bekannteste Räuber unserer Heimatgewässer. Zu den wesentlichen äusseren Merkmalen des europäischen Esox zählen die unzähligen (ca. 700) spitzen Zähne (Hundszähne), der schlanke pfeilförmige Körper und das langgezogene, oberständige Entenschnabel-förmige Maul. Die After- und Rückenflosse ist beim Hecht weit nach hinten zum Schwanz hin verlagert.
Farbe: In jungen Jahren ist der Körper der Hechte oliv-grün gefärbt, sie werden aus diesem Grund oft auch Grashechte gennant. Mit zunehmenden Alter wechselt die Körperfarbe jedoch, und bekommt einen eher gelblich-bräunlichen Farbton. Die Körper-Oberfläche und die Seiten weisen ein sehr schönes Tiger-Streifen-Muster auf. Der Bauch ist weiss, die Flossen sind mit markanten schwarzen Punkten überzogen.
Hechte sind Bewohner fliessender sowie stehender Gewässer. Sie bevorzugen klare Wasserverhältnisse mit einem grossen Anteil an Geäst, Kraut und Wasserpflanzen. In ganz Europa, Nordamerika und in Teilen Asiens wird der Hecht als heimisch angesehen.
Grösse: Der europäische Hecht kann bei optimalen Futter und Gewässerverhältnissen bis über 30 Kilogramm auf die Waage bringen und bis zu 1,40 Meter lang werden. Meistens wird er jedoch nicht grösser als 90cm - 100cm. Die durschnittliche Lebenserwartung liegt bei ca. 10-15 Jahren.
Hechte werden in Deutschland als sehr beliebte Speisefische geschätzt. Leider ist der Körper von unzähligen Y-Gräten überzogen, was den Verzehr etwas erschwert. Das leckere Fleisch ist eher trocken, was am sehr geringen Körperfettgehalt der Fische liegt.
Der Esox ist nicht nur bei Köchen sehr beliebt - er wird ebenfalls von vielen Anglern aufgrund seiner starken Kampfkraft und wilden Drills gezielt beangelt. Hechte sind sehr gefrässige Räuber und schnappen oftmals ohne grosse Ausnahmen zu machen nach allem was Ihnen vors Maul kommt. Sie leben als agressive Einzelgänger und bewohnen meist ein Revier von ca. 5 Quadratmetern. Dort warten Sie auf vorbeischwimmende Beute wie z.B. alle anderen Fischarten, Krebse, Frösche, Vögel, Ratten und sogar Enten. Der Esox ist eine wahre Fressmaschine, er macht sogar vor Artgenossen keinen halt - ganz im Gegenteil - bis zu 80% aller jungen Hechte werden von hungrigen Artgenossen verspeist bevor Sie das Erwachsenen-Alter erreichen. Der wendige Körper und sein grosses Entenschnabel-Maul ermöglicht ihm sogar den Verzehr von Beute die 70% seiner eigenen Körpergrösse misst (!). Die Beute wird dabei meist quer geschnappt und im grossen Maul anschliessend in die richtige Position gewendet.
Lebenszyklus: Hechte erreichen Ihre Geschlechtsreife nach ca. 2-4 Jahren. Die Fortpflanzung wird meist in den Monaten Februar bis Mai, unmittelbar nach der Schneeschmelze und bei ca. 7-8% Wassertemperatur eingeleitet. Ein ausgewachsenes Hecht-Weibchen heftet bei einem Laichvorgang zwischen 150.000 bis 900.000 ca. 2-3 mm grosse Eier an Wasserpflanzen. Nach ca. 15-25 Tagen schlüpfen die kleinen Larven und bleiben bis der Dottervorrat vollständig aufgebraucht ist an Wasserpflanzen haften. Erst danach begeben Sie sich ins Freiwasser wo sie sich vorerst von Kleinstlebewesen und Plankton ernähren. Mit zunehmenden Alter (ca. 5-6 Wochen / 4-6 cm) entwickeln sich die Junghechte dann zu gefrässigen Jägern und wagen sich auch an grösse Beute heran ...
Tipps zum Angeln auf Hecht / Montagen und Köder
Die besten Angelmethoden zum Angeln auf Esox sind
 Das Spinnfischen mit Kunsködern                   
 Das Posenangeln mit Köderfisch
Beim Spinnfischen mit Kunstködern sollte man es auf jeden Fall mit grossen Wobblern im Barschdekor, grossen Spinnern in silber/rot und Gold versuchen. 10-12 cm grosse, gelbe Gummifische und silber-rote Löffelblinker sind ebenfalls zu empfehlen wo mit Hechten zu rechnen ist.
 Fangzeit: Die fängigste Angelzeit auf Esox ist der Frühling und der Herbst.
Zu Beginn des Jahres (Frühjahr /März, April, Mai) findet der Hecht aufgrund der Laichzeit vieler Friedfische ein sehr grosses Nahrungsvorkommen, man sollte es deshalb in dieser Zeit (morgens und abends) keineswegs unversucht lassen einen frischen, ca. 10-12 Zentimeter grossen Köderfisch an einer Hechtpose zwischen Ästen und Wasserpflanzen anzubieten. In Uferzonen ohne grösseren Hindernisse sollte man es in dieser Zeit unbedingt auch mal mit einem goldenen Spinner oder einem Rassel-Wobbler im Barschdekor versuchen.
Im Herbst (September, Oktober, November) laufen die Hechte meist zur Hochform auf und sind rund um die Uhr am jagen. In dieser Zeit sollte man das jeweilige Gewässer genau beobachten - meist kann man laute, schwere ''Schläge'' aufs Wasser erkennen, dort wo die Fische gerade rauben. Da der Hecht ein Revierfisch ist und in einem bestimmten Radius jagt, hat man an diesen Stellen oftmals Glück den gesichteten Hecht auch zu erwischen. Man sollte die Angel in dieser Zeit hauptsächlich auf Kunstköder (Wobbler, Spinner, Blinker, Gummifisch) umbauen und es besonders an Uferzonen (paralell zum Ufer werfen), unter Boten, zwischen Ästen und an Krautbänken versuchen. Meist lauern die Hechte hier auf vorbeischwimmende Beute. Bleiben Sie gar nicht lange an einem Platz stehen, sondern ziehen Sie alle paar Auswürfe weiter, die Chance einen dicken Hecht zu erwischen ist so höher als stundenlang an einem bestimmten Platz zu verharren ...

Rotauge


Rotauge (Plötze, Schwal)



Das Rotauge (lat. Name: Rutilus rutilus) ist eine Fischart, die der Familie der Karpfenfische (lat. Cyprinidae) zugeordnet wird. Das Rotauge ist in fast ganz Europa bis auf Norwegen und den südlichen Balkan vorzufinden. Es ist weit verbreitet und stellt sehr wenig Ansprüche an seine Wohngewässer. Das Rotauge lebt als Schwarmfisch in stehenden und langsam fliesenden Gewässern.
Farbe: Das Rotauge hat einen hochrückigen Körper mit grünlicher Oberfläche und einem weissen Bauch. Die Flossen und Augen sind leicht rötlich. Rotaugen werden meist mit einer ähnlichen - ebenfalls der Famillie der Karpfenfische zugehörenden Art - der ''Rotfeder'' verwechselt. Dies ist kein Wunder da sich die beiden Fischarten sehr ähnlich sehen, und man als Laie meist gar keinen Unterschied sieht. Das meist einzige Merkmal zum Unterscheiden der beiden Gattungen ist dass beim Rotauge Rücken- und Bauchflossen auf einer Höhe/Linie stehen. Bei der Rotfeder hingegen sind die Bauchflossen etwas vorgezogen. Wer es noch genauer wissen will, der kann die beiden Fischarten auch anhand der Form Ihrer Mäuler unterscheiden: Die Plötze hat ein endständiges Maul während die Rotfeder ein oberständiges Maul hat.
Grösse: Rotaugen werden nicht sehr gross und erreichen meist eine max. Körperlänge von 25 bis 45 cm, dass max. Gewicht liegt hier bei 1,5 kg. Plötzen können ein Alter bis zu 12 Jahren erreichen.

Plötzen halten sich meist in Ufernähe und in dich mit Pflanzen bewachsenen Bereichen des jeweiligen Gewässers auf, man kann Sie aber auch in tieferen Bereichen vorfinden. Sie ernähren sich überwiegend von Pflanzen im Wasser, Würmern, Insekten und deren Larven sowie Muscheln, Schnecken und verschiedenen weiteren Kleintieren. Plötzen gelten als schnell fortpflanzungsfähige Fischart. Sie erreichen Ihre volle Geschlechtsreife bereits nach 2-3 Jahren. Die Laichzeit der Rotaugen geht von April bis Mai. Die männlichen Exemplare bekommen in dieser Zeit einen Laich-Ausschlag in Form von Korn-förmigen, hellen Auswüchsen auf Ihrem Kopf. Zur Laichzeit werden ca. 50 Tausend bis 100 Tausend (!) selbstklebende Eier (gerechnet: pro Fisch von 1 Kg) auf Steinen, Wurzeln oder auf Pflanzen abgelegt. Die kleinen Rotaugen-Larven schlüpfen nach ca. 4-10 Tagen und schwimmen erst nachdem Sie Ihren Dottersack-Vorrat komplett aufgefressen haben ins Freiwasser..

Tipps zum Angeln auf Rotaugen / Montage und Köder
Das Rotauge gilt in Deutschland als eher ''minderwertiger'' und grätenreicher Speisefisch, da es überall und zuhauf vorkommt und meist als lästiger Beifang z.B. beim Angeln auf Brassen oder Schleie ungewollt mitgefangen wird. Diese robuste und weit verbreitete Fischart eignet sich sehr gut als Köderfisch z.B. zum gezielten Angeln auf Hecht, Barsch, Zander und Wels. Es wird hierzu als toter Köderfisch mit einer Ködernadel auf einen Haken gezogen und dem Raubfisch entweder an einer Pose-Montage oder an der Grundangel angeboten. Der Geruch und die Bewegungen die von diesem frisch getötetem Fisch ausgehen motivieren Raubfische folglich zum anbeissen.
Zu einem neuen, sehr beliebten Sport hat sich das gezielte Angeln von wirklich ''kapitalen'' Rotaugen etabliert. Diese Art des Fischfangs stellt sich als ausgesprochen anspruchsvoll dar, da die grossen Exemplare meist nur schwer auszumachen sind und als scheu gelten.
Zu den gängigsten Angelmethoden auf Plötzen zählt das ...
• Stippfischen mit Pose          
Empfohlenes Angelgerät: Die Angelrute und die Montage sollte so leicht wie möglich sein, da die eher kleinen und zierlichen Fische meist keinen grossen Widerstand leisten. Wenn man gezielt auf kleine Rotaugen fischt sollte man eine 0,18mm monofile Schnur und einen 18er - 12er Haken nehmen, an diesen Haken kommen dann 1-2 Maden. Wo mit grösseren Plötzen zu rechnen ist empfiehlt sich eine 0,20mm monofile Schnur und Hakengrösse 11-8 mit einem Maiskorn oder 2-3 Maden bestückt.
Köder: Die besten Köder sind Maden und Pinkies, Kügelchen aus Brot, Würmer und Mais. Rotaugen kann man das ganze Jahr über fangen, es empfiehlt sich jedoch vor jedem Ansitz etwas Anzufüttern, das erhöht die Fangchancen um ein vielfaches. Im Fluss fängt man Rotaugen am besten in Ufernähe und an Strömungskanten (z.B.: zwischen Buhnen am Rhein) - am See und in stillen Gewässern hingegen sollte man seinen Köder eher an abfallenden Scharkanten platzieren.
  
Fangzeit: Die beste Jahreszeit zum Angeln auf Plötzen sind die Monate März und April, sowie September und Oktober - man kann Plötzen aber auch wunderbar das ganze Jahr über fangen.

Brasse


Brassen (Brachse, Brachsme, Blei, Bresen)


Die bei uns beheimateten Brasse (lat. Bez. Abramis Brama) ist eine robuste und weit verbreitete Fischart welche ebenfalls der Familie der Karpfenartigen (lat. Cyprinadae) zugeordnet wird. Brachsen findet man in fast ganz Europa vor. Der Lebensraum reicht vom Kaspischen Meer und vom Ural bis Westfrankreich, Irland und Skandinavien. In einigen wenigen Regionen konnten jedoch bislang keine Vorkommen an Brassen verzeichnet werden (Pyrenäen-, Apeninnen- und Balkanhalbinsel.)   
Brassen haben einen sehr hochrückigen, schlanken Körper. Das kleine Maul (unterständig) ist rüsselförmig und nach unten vorstülpbar. Die Afterflosse ist besonders lang gezogen und durchgängig, sie reicht vom After ohne Unterbrechungen bis fast zur Schwanzflosse. Die Farbe des mit dickem Schleim überzogenen Schuppenkleides ist in jungen Jahren hell-silbern-metallisch, im fortgeschrittenen Alter jedoch eher gold schimmernd mit einem bronze-oliven Rücken. Die Flossen sind dunkelgrau bis schwarz gefärbt, der Bauch ist weisslich mit einem Perlmuttglanz.
  
Lebenszyklus: Brassen erreichen nach etwa drei bis vier Jahren die Geschlechtsreife. Die Laichzeit findet meist zwischen den Monaten Mai bis Juli statt und dauert ca. 14 Tage - eine Vorraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Temperatur des Wassers ca. 15° Celsius aufweist. Die männlichen Examplare bekommen in dieser Zeit meist einen starken körnigen (spürbaren) Laichausschlag am Kopf und Körper. Jedes Weibchen produziert bei einem Laichvorgang zwischen 160.000 bis 300.000 klebrige Eier. Die 1,6 bis 2,0 Millimeter Durchmesser grossen Eier werden meist in seichtem Wasser an Pflanzen geheftet, falls kein Vorkommen an Wasserpflanzen besteht werden die Eier an Ästen, Steinen und Wurzeln befestigt. Die Brassen-Larven schlüpfen nach ca. 13 Tagen und bleiben mit Hilfe eines speziellen Drüsensekrets an Wasserpflanzem, Ästen und Steinen kleben bis der gesamte Dottervorrat verzehrt worden ist. Erst danach begeben sie sich in tiefere Freiwasser-Zonen ...
Brassen sind Standfische und bevorzugen besonders langsam fliessende Flüsse, sowie grosse Seen mit weichen, schlammigen und nährstoffreichen Gewässergrund (Diese Gewässertypen nennt man auch ''Brassenregion''). Die jungen Fische suchen meist in kleinen Grüppchen die Uferbereiche ziwschen Wasserpflanzen nach Nahrung ab, die kapitaleren Exemplare hingegen halten sich in grösseren Schwärmen im tieferen Freiwasser auf wo Sie mit Hilfe ihres Rüssel-Maules den Gewässergrund nach Essbarem dürchwühlen. Gute Bestände an Brassen findet man in grossen Fluss-Strömen (z.B. Rhein, Main, Donau, Mosel usw.), Flusshäfen, Kanälen der Binnenschiffahrt, zwischen Buhnen im Strom, in Altarmen und Ausläufen, sowie in Parkteichen und Baggerseen vor. 
Grösse: Die durchschnittliche Grösse beträgt in etwa 30-35 Zentimeter, unter idealen Lebensbedingungen können Brassen aber auch auf eine Grösse von bis zu 85 Zentimetern heranwachsen und bis zu 8 Kilogramm auf die Waage bringen. Brachsen werden zwischen 15 bis 20 Jahen alt.
Bresen gelten in südlichen Teilen Deutschlands aufgrund der Vielzahl an Gräten als eher minderwertiger Speisefisch, in nördlichen Teilen Deutschlands hingegen werden sie gezielt beangelt und mit Vorliebe verspeist.
 Tipps zum Angeln von Brassen / Montage und Köder
Empfohlene Angelmethoden auf Brachsen sind:
•  Posenangeln                 
•  Grundangeln mit leichetem bis schwerem Futterkorb (je nach Gewässertyp)
Beim Angeln mit Pose sollte eine 4,0 bis 6,0 Meter lange, beringte Rute verwendet werden. Die Hauptschnur und Vorfach sollten eine Stärke von 0,15 bis 0,20 mm aufweisen. Die Hakengrösse sollte hier zwischen 10-16 liegen.
Beim Grundangeln mit Futterkorb sollte eine 2,50 m - 2,90 m lange Steck- oder Teleskoprute mit 30 - 60 Gramm Wurfgewicht verwendet werden. Hauptschnur und Vorfach der Stärke 0,20 bis 0,25 mm verwenden. Die Hakengrösse sollte hier zwischen 6-14 betragen.
Die fängigsten Köder sind: Madenbündel (Top-Köder!), Pinkies, Würmer (Mistwürmer als kleines Bündel oder ein einzelner Tauwurm), Mais und Brot. Der Köder sollte immer am Gewässergrund angeboten werden. Die Angelstelle grosszügig anfüttern (nicht im starker Strömung!) und einen Futterkorb verwenden - das führt die Fische gezielt zum eigentlichen Köder. Den Futterkorb z.B. mit gewöhnlichen Paniermehl, angereichert mit einer fertigen Futtermischung aus den Angelshop und herkömmlichen Backvanille-Aroma füllen. Darauf achten dass die Futtermischung möglichst süsslich duftet und sich erst am Boden auflöst - dass lockt Brassen aus weiten Entfernungen an die Angelstelle. Bevorzugte und fängige Geschmacksrichtungen sind auch Karamel, Lebkuchen und Marzipan ...
Fangzeit: Die beste Fangzeit erstreckt sich von April bis Juni sowie von September bis November.

Döbel

Döbel (Aitel, Alet, Eitel)



Die bei uns heimische Fischart Döbel (lat. Bez. Leuciscus cephalus) wird der Familie der Karpfenfische zugeordnet. Der Döbel ist ein weit verbreiteter und robuster Süsswasserfisch der in fast ganz Europa, mit Ausnahme Irlands, Schottlands und dem nördlichen Skandinavien vorzufinden ist. Er bewohnt nicht nur Flüsse und deren Altarme mit mäßiger bis starker Strömung sondern auch Seen, Bäche und Teiche. Dieser anpassungsfähige Mittelwasser- und Oberflächenfisch bevorzugt strömungsneutrale Stellen und ist meist hinter Steinen, Bäumen, Buhnen und zwischen Unterwasser-Geäst anzutreffen.

Farbe: Döbel haben eine langgestreckte, kräftige, seitlich abgeflachte Körperform. Das Maul hat eine endständige Form, der Kopf ist sehr kräftig und dick. Sowohl der Rücken als auch die Seiten sind mit grossen (dicken) silbrig-goldenen Schuppen bedeckt und die Bauch- und Afterflossen weisen eine blasse orange-rötliche Färbung auf. Der Bauch ist grau-gelblich gefärbt.

Grösse: Döbel werden durchschnittlich 35cm - 45cm lang und selten über 1 kg schwer. Unter günstigen Nahrungs- und Lebensbedingungen können die Fische auch bis zu 75cm gross werden und über 4,5 Kilogramm auf die Waage bringen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt ca. 18 Jahre.
Döbel werden in unseren Gewässern normalerweise als Friedfische angesehen da sie der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) angehören und keine Zähne besitzen - in Wirklichkeit jedoch sind sie sogenannte ''Allesfresser''. Als Hauptnahrung verspeisen Döbel hauptsächlich Pflanzenkost, Weichtiere, Insekten und Würmer. Mit zunehmenden Alter und Körpergrösse beginnen Aitel jedoch immer mehr Kleinfischen und Krebsen nachzujagen und diese zu verspeisen. Grössere, kapitale Döbel leben meist als Einzelgänger und ernähren sich zudem von Früchten wie z.B. Kirschen, Pflaumen und Trauben die von den Bäumen ins Wasser fallen (diese Früchte am Haken geben einen Spitzen-Köder auf Eitel ab!) ...

Lebenszyklus: Die Laichzeit erstreckt sich von April bis Juni. In dieser Zeit heften die Weibchen ca. 30.000 bis 90.000 Eier an Wasserpflanzen und Steine an. Die Fischlarven erblicken nach ca. 7-9 Tagen zum ersten Mal das Tageslicht und ernähren sich zunächst von ihren Dottervorrat bevor sie dann als Jungfische in kleinen Schwärmen anfangen Plankton, Wasserflanzen und Kleinstlebewesen zu verspeisen.

Tipps zum Angeln auf Döbel / Montage und Köder

Die besten Angelmethoden auf Aitel sind:

• Grundangeln mit Laufblei
• Posenangeln mit leichter Pose
• Fliegenfischen mit Trockenfliegen (in der Sommerzeit)
• Angeln mit Wasserkugel (klappt gut an kleinen Bächen mit 1-2 Maden als Köder)
• Spinnfischen mit kleinen Wobblern und Spinnern

Da Döbel wie bereits oben beschrieben ''Allesfresser'' sind gibt es viele verschiedene Möglichkeiten um die Fische erfolgreich zu beangeln.
Im Frühjahr und Herbst empfiehlt es sich die Fische mit einer leichten und schlanken Posen in der Nähe von - bzw. zwischen Unterständen im Wasser (Äste, Bäume, Steine) zu beangeln, meist stehen die scheuen Fische dort. In stark strömenden Gewässern wie z.B. in grossen Flüssen (Rhein, Main, Donau, Oder, Mosel) trifft man Döbel jedoch meist in Altarmen, Ausläufen und (bei starker Strömung) in ufernahen Zonen an.
Im Sommer sollte man es nicht unversucht lassen die scheuen Fische in flachen Flussnebenläufen und Bächern ''auf Sicht'' mit der Trockenfliege zu beangeln. Oftmals stehen die Fische in dieser warmen Zeit fast regungslos in kleinen Trupps von 10-15 Fischen in Oberflächennähe - versuchen Sie sich vorsichtig an den Schwarm heranzuschleichen und lassen Sie eine Trockenfliege oder einen Köder wie z.B. Brot, Maden (an einer leichten Wasserkugel-Montage) an den Fischen vorbeitreiben - das bringt in der Mittagssonne so manchen ''Schatten'' im Wasser in Bewegung ;-)
Im Winter ziehen Döbel lieber in tiefere Freiwasserzonen, zu dieser Jahreszeit empfiehlt es sich die Fische mit der Grundangel zu beangeln. Als Köder eignen sich hier besonders Lebendköder wie z.B. Würmer und Maden sehr gut. Das Angelgerät sollte stabil sein und die Rolle von guter Qualität (Bremse sollte fein justierbar sein), die Schnur sollte eine Stärke von 0,18er - 0,30er (monofil) aufweisen und die Montagen sollten so einfach wie möglich sein.
Besonders grössere, kapitale Döbel leben meist als Einzelgänger und ernähren sich fast ausschliesslich von Kleinfischen und Fischbrut. Man sollte es deshalb (egal zu welcher Jahreszeit) an Stellen wo mit kapitalen Eitel Exemplaren zu rechnen ist unbedingt einmal mit kleinen Wobblern und Spinnern versuchen ...

Fangzeit: Die beste Fangzeit sind die Monate April bis September (Frühjahr bis Herbst) - man kann die Fische aber auch wunderbar das ganze Jahr über beangeln

Barben


Barbe (Flussbarbe, Pigge)

    
Die bei uns beheimatete Barbe (lat. Bez. Barbus barbus) ist eine strömungsliebende Fischart die der Familie der Karpfenfische (lat. Cyprinidae) und der Unterfamilie der Barben (lat. Barbinae) zugeordnet wird. Die besonderen Merkmale der Flussbarbe sind Ihre grossen Flossen, die zahlreichen kleinen Schuppen und der flache, langgestreckte, pfeilförmige Körper der ihr auch in sehr strömungsreichen Gewässern schnelle und präzise Manöver ermöglicht. Barben sind Grundfische und haben ein unterständiges, rüsselförmiges Maul mit jeweils zwei dicken Barteln an der Oberlippe und zwei an der Unterlippe. Barben kommen in fast ganz Europa vor (nicht in Südeuropa), die einzigen Länder die keine Vorkommen an Piggen vorweisen sind: Schottland, Irland, Dänemark und Skandinavien.
Farbe: Barben haben eine graue bis grünliche Rückenoberfläche, an den Seiten sind sie eher gold-gelblich schimmernd. Die Flossen schwanken je nach Jahreszeit und Alter der Fische zwischen grau-grün bis rötlich. Die Unterseite/Bauch ist wie bei allen Fischen die der Barben-Familie zugehören weiss. 
Grösse: Barben können auf eine Länge von bis zu 90 Zentimeter heranwachsen und bis zu ca. 9 Kilogramm auf die Waage bringen, im Durchschnitt jedoch werden sie ca. 30-60 Zentimeter lang und 1-4 Kilogramm schwer.
Barben sind typische Grundfische und fühlen sich in besonders klaren, strömungs- und sauerstoffreichen Gewässern wohl. Grosse Barbenschwärme sind meist dort anzutreffen wo der Gewässergrund eine steinig-sandige Struktur aufweist. Barben erreichen meist mit 5 Jahren Ihre volle Geschlechtsreife. Die Laichzeit erstreckt sich von Mai bis Juni. In dieser Zeit wandern die grossen Barbenschwärme flussaufwärts. Sie legen ihre leicht klebrigen Eier dann im ufernahem Flachwasser, an sandigen Stellen ab. Ein Barben-Weibchen produziert in etwa 4000-9000 Eier. Die kleinen Larven erblicken nach ca. 10-15 Tagen zum ersten Mal das Tageslicht. Am Anfang ernähren sich die Larven hauptsächlich von Ihrem Dottersack, erst ab einer Grösse von 1 cm - 1,4 cm beginnen sie im Freiwasser nach Nahrung (Plankton, Kleinstlebewesen im Wasser etc.) zu suchen. Als voll ausgewachsene Barben ernähren Sie sich später von Würmern, kleinen Krebsen, Schnecken, Muscheln, Fischlaich und Insektenlarven die Sie hauptsächlich am Gewässergrund vorfinden. Es ist aber auch schon beobachtet worden dass ausgewachsene Barben kleine Fische jagen und verzehren. Teilweise ist ist die Barbe auch als gefrässiger Laichräuber bekannt. 
Flussbarben haben ein weiches Fleisch und sind sehr wohlschmeckend. Leider haben sie wie alle Weissfische unzählige kleine Gräten und gelten bei uns daher als eher minderwertiger Speisefisch.  
Die Barbe ist ein quirliger Bewohner sauberer, sauerstoffreicher Fließgewässer und wurde leider als solcher von der kontinuierlichen Verschmutzung unserer Bächer und Flüsse in der Vergangenheit sehr in Mitleidenschaft gezogen. Heute steht sie auf der Roten Liste der stark gefährdeten Tierarten.
 Tipps zum Angeln auf Barbe / Montage und Köder
Tagsüber hält sich die Barbe in (bis zu mehreren hundert Tieren) grossen Gruppen hinter Brückenpfeilern, Wehren und in Tiefen Kolken auf, um bei Einbruch der Dunkelheit den Gewässergrund nach Fressbaren ''abzugrasen''. Dabei tasten sich die Fische mit den vier Barteln voran und mit der dicken Schnauze werden Steine und kleine Hinternisse umgedreht. Oftmals wird dabei auch die Ufergegend unter die Lupe genommen.
Geignete Methoden zum Barbenangeln:

• Grundangeln mit Laufblei                   
•  Angeln mit Futterkorb                 
•  Posenangeln (schwierig bei starker Strömung)
Empfohlenes Angelgerät: Man verwendet hier am Besten eine 3 Meter bis 3,50 Meter lange Steckrute mit 40-60 Gramm Wurfgewicht. Dazu empfiehlt sich eine Stationärrolle mit etwa 100-150 Meter 25er monofiler Schnur. Als Haken nimmt man am besten einen kleinen Karpfenhaken der Grösse 6-10. (Karpfenhaken sind meist nach innen gebogen - in der starken Strömung haken sich die Barben dann meist selbst...) Es empfiehlt sich besonders beim Grundangeln auf Barbe einen bebleiten Futterkorb (40-60 Gramm) mit einer Mischung aus gerieben Käse, Maden und (Mosella) Barbenlockstoff zu verwenden.
Fangzeit: Die beste Fangzeit sind die Monate September bis November (Herbst - Spätherbst) - versuchen Sie es in dieser Zeit gezielt in der Dämmerung und Nachts.
Ködertipps: Am Besten geeignet sind Maden, Würmer, Mais, und Käse (der Geheimtipp für z.B.: kapitale Barben am Rhein)
Tipp: Barben sind sehr scheu, verhalten Sie sich deshalb am Angelplatz sehr ruhig um die Fische nicht zu verscheuchen !

Barsch

Barsch (Flussbarsch, Kretzer, Egli)


Der Flussbarsch (lat. Bez. Perca fluviatilis) ist ein Süsswasserfisch der überall in ganz Europa vorkommt. Sein helles Fleisch ist sehr mager und er besitzt wenige Gräten. Er wird deshalb bei vielen Anglern und Köchen sehr geschätzt. Typische Merkmale sind die rot gefärbten Bauch- und Brustflossen und die zwei-geteilte Rückenflosse. Die vordere und hintere Rückenflosse ist mit zahlreichen sehr spitzen und harten Stacheln versehen. Der graulich-oliv gefärbte Körper ist von einem leichten Streifenmuster überzogen, dabei varriert die Anzahl der Streifen je nach Grösse zwischen sechs bis acht senkrechten Streifen. Flussbarsche haben ein oberständiges Maul, sehr feste und kleine Schuppen und einen spitzen Dorn am Ende der Kiemendeckel.
Grösse: Die bei uns beheimateten Barsche werden meist bis zu 20 Zentimeter lang und bringen selten mehr wie ein Kilogramm auf die Waage. Die maximale Länge liegt bei ca. einem halben Meter, dass maximale Gewicht beträgt ca. 3 Kilogramm. Barsche wachsen sehr langsam, Sie erreichen bei einem Alter von acht bis zehn Jahren gerade mal eine Länge von knapp 25 Zentimetern. Das max. Alter beträgt ca. 12 Jahre.
Barsche stellen wenig Ansprüche an Ihr Wohngewässer, sie sind sehr robust und anpassungsfähig. Als Jungfische sind sie oft in kleinen Schwärmen an Flüssen, Seen und Bächen mit hartem Grund anzutreffen. In den jungen Jahren ernähren sich die Barsche hauptsächlich von Würmern, Krebsen, Muscheln, Schnecken und Insektenlarven. Im fortschreitenden Alter entwickeln sich Barsche meist zu Einzelkämpfern. Sie beginnen andere Fischarten und sogar die Eigene wild zu jagen und zu fressen. Es kommt aber auch z.B. in geschlossenen Seen vor, dass diese Nahrungs-Umstellung zum Raubfisch bei grossen Barschen gar nicht stattfindet und sie sich weiterhin von Kleinstlebewesen aus dem Wasser ernähren.

Lebenszyklus: Der Barsch erreicht nach ca. zwei Jahren seine Geschlechtsreife. Er laicht in der Zeit von März bis Mai wenn das Wasser eine Temperatur von 12 Grad erreicht hat. Dies geschieht meist in unmittelbarer Ufernähe, er befestigt dort seine gallertartigen Laichschnüre (Laichstreifen) netzförmig zwischen Pflanzen, Wurzeln, Ästen und Steinen. Die kleinen Barsch-Larven schlüpfen nach ca. 7 Tagen und begeben sich daraufhin zur Wasseroberfläche um Ihre Schwimmblasen zu füllen. Sie lassen sich dann von der Strömung in tiefere Wasserschichten abtreiben wo sie sich bis zum erreichen einer bestimmten Grösse von Plankton ernähren. Barsche sind robust und vermehren sich bei optimalen Wasser- und Nahrunsverhältnissen rasend schnell. Ein ausgewachsenes Weibchen kann beim Laichvorgang zwischen ca. 3.000 bis 300.000 (!) Eier ablegen.
Flussbarsche bevorzugen stehende und langsam fliessende Gewässer. Man findet kleine bis mittelgrosse Exemplare meist in Gruppen von 5-10 Fischen z.B. in Ufernähe, in Häfen, an Abbruchkanten, neben Brückenpfeilern und unter Ästen und Booten. Sie rauben meist gemeinsam (wirklich als Team!) in stillen und flachen Bereichen nach anderen ''maulgerechten'' Fischarten, aber auch kleinere Artgenossen stehen auf dem Speiseplan. Grössere Barsche hingegen leben meist als Einzelgänger in tieferen Freiwasserzonen, wo sie ebenfalls auf vorbeischwimmende Fische und gelegentlich sogar auf Grosskrebse lauern.
Tipps zum Angeln auf Barsch / Montage und Köder
Die besten Angelmethoden auf Barsch sind:
• Das Angeln mit Pose (Feststellposenmontage)
• Spinnfischen mit Kunstködern
• Grundangeln mit Laufblei und Tauwurm
Beim Posenangeln auf Kretzer bedient man sich am Besten einer Feststellposenmontage, einer 6g Stiftpose und eines Wurm-Hakens der Grösse 7-3. Als Köder zieht man einen halben Tauwurm komplett auf den Haken auf. Diese Angelmethode ist zwar fängig, aber eher nicht zu empfehlen - viel erfolgsversprechender auf Barsch ist das (leichte) Spinnfischen mit kleinen Wobblern, Shads, Blinkern, Spinnern, Twistern und Gummifischen.
Zum Spinnfischen sollte man kleine 6 Gramm Spinner, vorzugsweise in den Farben silber-rot nehmen. Ebenfalls gut eignen sich kleine 2-3 cm grosse Wobbler im Barschdekor oder Twister in den Farben weiss-rot und neon-gelb. Barsche wollen gereizt werden, manchmal scheinen sie fast so verspielt zu sein wie Katzen - sie folgen dem Köder oft neugierig und schnappen erst zu wenn er ''wirklich'' zu entkommen droht - ich konnte oft beobachten wie Barsche meinem Köder aus dem Wasser hinterher gesprungen sind als ich diesen schon herausholen wollte. Experimentieren Sie mit Farben, Formen und Einholgeschwindigkeiten der Spinnköder, meistens kommen Sie nur dadurch zum Ziel !
Fangzeit: Barsche lassen sich wunderbar das ganze Jahr über fangen, die fängigste Jahreszeit jedoch ist der Herbst. Die Fische beissen sowohl tagsüber als auch nachts.

Karpfen


Karpfen (Schuppenkarpfen, Spiegelkarpfen)



Der Karpfen (lat. Cyprinus carpio) ist eine weit verbreitete und sehr robuste Süßwasser Fischart. Seit Ursprung liegt in Asien, er wurde in der Römerzeit nach Europa gebracht. Zur Römerzeit wurden Teiche zur Rückhaltung des Wassers gebaut - oftmals wurden in diesen Teichen nebenbei auch Karpfen gehalten. Im Laufe der Zeit ergab sich daraus eine Karpfen-Teichwirtschaft die in vielen Regionen auch bis ins heutige Zeitalter betrieben wird.

In Deutschland existieren viele Karpfenzuchtbetriebe, es gibt jedoch Länder wie z.B. Polen, Ungarn, Slowenien und Kroatien in denen die
Karpfenzucht einen weit größeren wirtschaftlichen Faktor darstellt.

Karpfen werden in Deutschland als sehr gute Speisefische geschätzt und werden oft (traditionell) besonders zur Weihnachtszeit und zu Silvester gerne verspeist. Die Fische werden besonders zu dieser Zeit in Geschäften lebend angeboten, sie werden vom Käufer anschliessend zuhause geschlachtet und verspeist. Die Karpfenzucht wird jedoch nicht nur gezielt für Otto-Normal-Verbraucher betrieben, viele Angelvereine und Gewässerpächter müssen in regelmäßigen Abständen Karpfen nachsetzen um einen bestimmten Bestand an Karpfen zu erhalten.

Karpfen haben eine sehr kräftige, muskulöse und hochrückige Körperform. Die Rückenflosse ist lang gezogen. Das Maul ist endständig (keine Zähne) und kann nach vorne hin vorgestülpt werden. Vier Barteln schmücken das Maul: 2 auf der Oberlippe und 2 in den Mundwinkeln.


Aus der eigentlichen Karpfenform, dem ’’Wildkarpfen’’ (gefährdete Fischart) entstanden im Laufe der Zeit durch Züchtungen weitere Karpfenformen die sich in Grösse und Aussehen mehr oder weniger stark von der Urform unterscheiden. Folgende Unterformen gehören ebenfalls den Karpfenfischen (Cyprinidae) an:

• Schuppenkarpfen - hat einen ganzen, durchgängigen Schuppenmantel. Der Rücken ist jedoch höher wie der des Wildkarpfens

• Zeilkarpfen - diese Karpfenform hat eine einzelne Schuppen-Reihe (‘‘Zeile‘‘) entlang der Seitenlinie, ansonsten hat diese Karpfenform keine Schuppen.

• Spielegelkarpfen - das ist die bei uns und in Europa bekannteste Zuchtform des Karpfens. Bei dieser Karpfenform befinden sich vereinzelte, ungleichmäßig angereichte Schuppen auf dem ganzen Körper - der Rücken und Schwanzstiel ist meist mit einem durchgängigen Schuppenkleid bedeckt.

• Lederkarpfen (Nacktkarpfen) - hat gar keine oder einige vereinzelte Schuppen

• Koi (Karpfen) - das sind farbige (meist sehr teure) Zuchtformen aus Japan. Diese Karpfen werden nur sehr selten verspeist, meist werden Sie in öffentlichen sowie privaten Teichen gehalten.


Grösse: Karpfen werden meist bei einer Grösse von 40 Zentimetern verspeist. Unter günstigen Lebensbedingungen können Karpfen über 100 cm gross werden und über 30 kg auf die Waage bringen.

Lebenszyklus: Die Laichzeit findet meist in den Monaten Mai - Juli statt wenn das Wasser eine Temperatur von ca. 15 Grad erreicht. In dieser Zeit legen ausgewachsene Karpfenweibchen um die 200.000 Eier pro Kilogramm Körpermasse. Die rund ein Millimeter grossen Eier werden an Unterwasserpflanzen geheftet. Die geschlüpften Larven ernähren sich zunächst nur von ihrem Dottersack, wenn dieser aufgebraucht ist stellen sie Ihre Ernährung aber recht zugig auf Kleinstlebewesen am Gewässerboden und herum schwimmendes Plankton um. Karpfen werden nach ca. 4 Jahren geschlechtsreif.

Karpfen bevorzugen stehende bis mäßig fliessende Gewässer mit schlammigen Boden und dichten Pflanzenwuchs. Tagsüber halten sich diese Schwarmfische in tieferen Gewässerabschnitten und Verstecken auf, wenn es dämmert verlassen sie jedoch diese Zonen um den Gewässerboden nach Nahrung abzusuchen.
                                     

Tipps zum Angeln auf Karpfen / Montage und Köder:
 
Die besten Angelmethoden zum Angeln auf Karpfen sind: 

Posenangeln mit schlanken Posen 
Grundangeln mit Boilies (und Futterkorb) 
Angeln mit Schwimmbrot an der Wasseroberfläche (im Sommer)

Karpfen gelten nicht nur bei Köchen als sehr beliebte Fische - immer mehr Angler stellen heutzutage gezielt diesen scheuen und kampfstarken Fischen nach. Der Karpfen ist ein Gewohnheitstier, daher empfiehlt es sich ca. 1 Woche vor Beginn des eigentlichen Angeltages täglich (ungefähr) um die selbe Uhrzeit an einer Bestimmten Stelle im Gewässer reichlich anzufüttern, zum Ende der Anfütterungsphase (am Angeltag) sollte nur noch sehr wenig um den Hakenköder bzw. Boilie herum angefüttert werden. Als Futter empfiehlt es sich ein paar Boilies und ca. 5-10 kg mit Vanille-Zucker oder Duftstoff verfeinerten Mais an die zuvor ausgesuchte Angelstelle zu schiessen (Schleuder oder Boilie-Stick). Karpfen durchstreifen Tag für Tag das jeweilige Gewässer auf der Suche nach Futter, sie schwimmen dabei meist immer wiederkehrende Strecken ab und suchen oftmals bereits bekannte und Futter-versprechende Stellen auf. Wenn die Fische auf ihren Streifzügen mehrere Tage hintereinander immer wieder an der besagten Anfütterungsstelle Futter vorfinden ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass sie auch am Angeltag an exakt diesem Punkt nach Futter suchen…
 
Fangzeit: Die beste Fangzeit auf Karpfen sind die Monate Mai bis September. Die Fische beissen meist Nachts bzw. während der Abenddämmerung und früh morgens.

 Köder: Die besten Köder zum Angeln auf Karpfen sind Boilies, Maden, Mais, Würmer, Frolic, Kichererbsen, gekochte Kartoffeln & Tigernüsse.Tipp: Die Wahl der Angelstelle sollte gut überlegt sein, beobachten Sie die Stelle und schauen Sie ob evtl. Blässchen von gründenden Karpfen an die Wasseroberfläche hochsteigen. Tipp: Ein gehakter Karpfen im Drill kann enorme Kräfte entwickeln. Achten Sie darauf, dass sich nur wenige oder keine Unterwasserhindernisse rund um die Angelstelle befinden.Tipp: Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie keine fremden Angler bei Ihren täglichen Anfütterungsgängen beobachten - nur allzu oft habe ich am Angeltag dann genau diese Angler an ‘‘meiner‘‘ Angelstelle vorgefunden ...

Aal


Aal (Flussaal, Breitkopfaal, Spitzkopfaal, Raubaal)
Der in Europa beheimatete Aal (lat. Bezeichnung: Anguilla anguilla) gehört der Familie der Flussaale an und ist in ganz Europa, Kleinasien und Nordafrika vorzufinden - überall dort wo eine Wasser-Verbindung zum Atlantik besteht. Seine Form ähnelt eher der einer Schlange als der eines Fisches. Er hat einen langgestreckten, drehrunden und glatten Körper. Die Rückenflosse, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgängigen und einheitlichen Flossensaum. In der dicken Haut des Aals befinden sich unzählige kaum sichbare runde Schuppen. Der in Deutschland lebende Flussaal hat ein oberständiges Maul, d.h. sein Unterkiefer ragt etwas über den Überkiefer hinaus.

Farbe: Die Färbung auf der Oberseite variiert je nach Gewässertyp und Alter der Fische von Schwarz bis Dunkelgrün, die Unterseite hingegen kann von eher gelblich (junger, sog. Gelbaal) bis hin zur Farbe weiß (erwachsener, sog. Blankaal) schwanken.

Grösse: Voll ausgewachsene Aal-Weibchen können bis zu 150 Zentimeter lang werden und 5-6 Kilogramm auf die Waage bringen. Aal-Männchen hingegen erreichen meist eine max. Länge von 50-60 Zentimetern. Das max. Alter der Aale beträgt meist 10-15 Jahre. Aale können unter bestimmten Bedingungen in z.B. geschlossenen Seen aber auch bis zu 50 Jahre alt werden (!)
Der Aal ist ein sogenannter ''katadromer Wanderfisch'', d.h. bei erreichen der Geschlechtsreife wandert er (sofern die räumliche Möglichkeit gegeben ist) von seinen eigentlich beheimaten Flüssen und Bächen an einen Bestimmten geografischen Punkt ins Meer (Sargassosee im Atlantik / unweit der Bahamas) um dort zu laichen. In der Sargassosee paaren sich die Tiere dann (wird vermutet, ist bislang nicht erwiesen), laichen ab und sterben daraufhin. Die kleinen Weidenblatt-förmigen Aallarven schlüpfen im Atlantik und brauchen bis zu drei Jahre um wieder die europäischen Küsten und Flüsse zu erreichen. Wieder in europäischen Gewässern angelangt fressen, wachsen und verwandeln sich die Aale stark mit dem Ziel wieder zur Paarung und zum Ablaichen in die Sargassosee zurückzukehren.

Tipps zum Angeln auf Aal / Methoden zum Aalfang
Aale kann man in Deutschland in vielen Seen, Flüssen und Bächen antreffen. Diese nachtaktiven Fische vergraben sich tagsüber fast komplett am Gewässergrund zwischen Steinen, Schlamm und Pflanzen und beginnen mit dem Einbruch der Dunkelheit zu ''laufen'' bzw. sich auf Nahrungssuche zu begeben. Sie ernähren sich hauptsächlich von Würmern, Klein-Krebsen, Larven von Insekten - aber auch von Fischlaich und kleinen Fischen. Kleinfische werden vom Aal aktiv im Mittelwasser und ebenfalls an der Wasseroberfläche gejagt. Der Aal entpuppt sich dabei als sehr flinker und schlauer Jäger.
Je nach vorherrschendem Nahrungsangebot entwickeln sich Aale in deutschen Flüssen und Seen nach zwei Varianten:
1. Variante:

Der Spitzkopfaal
mit einem schmalen Kopf und einer spitz zulaufender Schnauze ernährt sich diese Aalform hauptsächlich von Krebsen, Insekten und Würmern.
2. Variante:

Der Breitkopfaal
mit breiter Schnauze und breitem Kopf hat diese Aalform seine Ernährung komplett auf Fischfleisch, Aas und Fischlaich eingestellt.
Beide Formen leben parallel zueinander in den selben Gewässern, je nach bestimmten Nahrungsvorkommen entwickeln sich prozentual mehr Spitzkopfaale bei überwiegend viel Insekten, Krebsen, Würmern etc. im Wasser - oder mehr Breitkopfaale, wenn überwiegend nur Fische und Fischlaich als Nahrung in Frage kommen.

Die besten Methoden zum Angeln auf Aal sind:

• Das Grundangeln mit Laufblei                           
• Das Angeln mit Pose (knapp über dem Gewässergrund schwebend oder auf dem Grund liegend)

Bahauptungen zufolge kann man Aale nur in der Dämerung und beim Nachtangeln fangen - man kann Sie jedoch auch sehr gut tagsüber bei grauem, bewölktem Himmel fangen oder kurz vor oder nach einem Gewitter (doch vorsicht, begeben sich Wetterbedingt keinesfalls in Gefahr!). Die besten Fangsaison für den Aal geht von März bis Oktober (hier können Sie die gesetzlichen Schonzeiten und Mindestmasse nachlesen). Aale werden überwiegend beim Grundangeln aber auch mit einer einfachen knapp über dem Grund eingestellten Posen-Montage erbeutet. Als Köder verwendet man am Besten 1-2 Tauwürmer an einem schlanken, langen Aalhaken oder einen ca. fingerlangen Köderfisch. Bedenken sollte man unbedingt beim Angeln mit Köderfisch, dass die meist grossen Raubaale den Köderfisch mit dem Schwanz voran aufnehmen. Es gibt spezielle Lockstoffe in Spray-Form mit denen man den Köder kurz vor Auswurf präperieren kann, der fängigste Lockstoff ist jedoch eine Mischung aus Fischeingeweiden und zerschnittenen Tauwurmern an einem Futterkorb-System. Der Aal verfügt über einen sehr stark ausgeprägten Geruchssinn und wird diese Köder-Mischung schon aus weiter Entfernung riechen.

Tipp: Raucher sollten das Rauchen beim Angeln auf Aal möglichst unterlassen da der Aal grundsätzlich Rauch verabscheut - wer es doch nicht lassen kann, der sollte seine Zigaretten mit einer gewöhnlichen Wäscheklammer festhalten und sich die Hände ab und an mit Flusswasser und Schlamm auswaschen.

Tipp: Aale sollten nach efolgtem und gelungenen Anhieb möglichst rasch vom Grund an die Wasseroberfläche hinaufbefördert werden. Es kann ansonsten passieren dass sich die Schleicher zwischen Steinen oder Geäst festsetzen - sollte dass passieren, dann hilft kurzes Warten, dann einmaliges, starkes Klopfen auf die Rute, dann wieder Warten usw. - dass hat so manchen meiner Aale wieder gelöst ;-)

Tipp: Vermeiden Sie den Kontakt von Verletzten Hautstellen, offenen Wunden oder Abschürfungen mit Aalblut - Aalblut ist gitig und brennt stark in Wunden !